E-Commerce Tracking mit Google Analytics für Affiliates

Tracking ist für Affiliate Marketing unverzichtbar – nur so kann man sicher wissen, welche Keywords funktionieren, bei welchen Anzeigen man drauflegt und wo man die kräftigsten Gewinne erzielt.

Bei AdWords gibt es von Haus aus das integrierte Conversion Tracking, für Affiliates ist das allerdings in den meisten Fällen ungenügend, und das gleich in mehrerer Hinsicht:

1.) Einbau des JavaScript Codes auf “Danke-Seite”

Das ist in vielen Fällen nicht möglich, da die Conversion ja nicht auf unserer Seite stattfindet, sondern beim Merchant. Für uns ist ein Klick auf einen Partnerlink eine potentielle Conversion – das ist alles, was wir tracken können. Mit dem AdWords Conversion Tracking ist es leider nicht möglich, Klicks auf Links zu tracken – höchtstens wir leiten den Klick zunächst über weitere Seite von uns, z.B.

2.) Unterschiedliche Zielwerte

Auf typischen Landingpages gibt es nicht nur einen potentiellen Partner – wenn der Besucher z.B. sich doch nicht für den Bausparvertrag interessiert, könnten wir ihm innernoch einen Billigkredit von easyCredit andrehen. Eine Conversion für einen Bausparvertrag wäre uns aber sicherlich lieber, da wir eine höhere Provision ausbezahlt bekommen. Beim AdWords Conversion Tracking ist es nicht möglich, unterschiedliche Zielwerte für die Conversions anzugeben – damit ist es nahezu nutzlos, sobald mehrere Ziele mit unterschiedlichen Zielwerten existieren.

Google Analytics – E-Commerce Tracking

Über die Vor- und Nachteile von Google Analytics als Trackingsoftware will ich jetzt und hier nicht streiten, gerade für Anfänger im Affiliate Marketing und in Verbindung mit Google AdWords halte ich es für eine durchaus gute Lösung.

Beim E-Commerce Tracking von Analytics kann man unterschiedliche Produkte und Transaktionen tracken. Als Affiliate haben wir natürlich das Problem, dass der eigentliche Sale oder der Lead nicht bei uns auf der Seite stattfindet, sondern beim Werbepartner. Wir können wie oben erwähnt also nur den Click auf den Partnerlink tracken.

Was für ein Wert, hat ein Klick auf den Partnerlink? Den exakten Wert können wir kaum bestimmen, das ist einfach nicht möglich sobald man per Lead oder Sale bezahlt wird. Aber: Wir können den durchschnittlichen Wert ermitteln, den die bisherigen Clicks auf einen Partnerlink hatten.

Hier gilt das Gesetz der großen Zahlen: Je mehr Clicks wir bisher hatten, desto genauer wird der ermittelte Durchschnittswert. Wichtig ist hier auch, dass sich die äußeren Umstände nicht großartig verändert haben damit man mit der gleichen Conversionrate rechnen kann.

Clickwert berechnen

Gut, also um den Clickwert zu berechnen nehmen wir einfach die erzielten Umsätze eines Monats durch die Clicks eines Monats. Hier sollte man auf jeden Fall die durchschnittliche Stornoquote miteinberechnen, ansonsten droht irgendwann ein böses Erwachen!

Clickwert = Umsatz / Clicks

Programmname Clicks Sales Umsatz Clickwert
Programm 1 1.214 144 2880,00 € 2,37 €
Programm 2 521 39 682,50 € 1,31 €

Tracking Code einbauen

Jetzt definieren wir einfach den Click auf einen Partnerlink als Einkauf und missbrauchen das E-Commerce Tracking von GA für unsere Zwecke:

pageTracker._addTrans("transID", "meineseite", "2.37", "0", "0", "", "unknown", "unknown" );
pageTracker._addItem("transID", "programm 1", "prodgramm 1", "affiliate", "2.37", "1" );
pageTracker._trackTrans();

Der Code ist eigentlich relativ einfach, _addTrans() startet eine Transaktion, _addItem() fügt der Transaktion ein Produkt hinzu und _trackTrans() übermittelt das ganze schließlich. Unsere Transaktionen enthalten jeweils immer nur 1 Produkt, weshalb die angegebenen Werte von Transaction und Item immer übereinstimmen.

Das ganze muss jetzt nur noch beim Click auf einen Partnerlink ausgeführt werden – wir ihr das macht, ist relativ egal. Ihr könnt alles in das onclick-Event packen, in eine neue Funktion auslagern oder einen Event Listener implementieren. Alles eine Frage des Geschmacks und des gewünschten Aufwands ;)

Das ist übrigens der neue Analytics Code (ga.js), mit dem alten Code funktioniert es allerdings ganz ähnlich. Die genaue Beschreibung aller Parameter findet ihr in der E-Commerce API Documentation.

Was hat man nun davon?

Mittels Google Analytics kann ich nun sämtliche Vorteile des E-Commerce Trackings für mich verwenden. Ich sehe genau, welches Keyword mir Geld bringt und welches pure Geldverschwendung ist. Der Wert pro Besuch gibt mir relativ genau an, wieviel Umsatz mir der Besucher einbringt.

So kann man sehr leicht Kampagnen optimieren…

Vorsicht

Wie immer bei Web Analytics: Man sollte sich nicht auf die genauen Zahlen verlassen, sondern auf die Relationen achten. Die ermittelten Clickwerte basieren auf Vergangenheitsdaten und sind je nach Datenmenge mehr oder weniger auf die Zukunft projizierbar. Als zusätzliche Ungenauigkeit kommt dazu, dass wir nicht wissen, welcher Besucher wirklich einen Sale getätigt hat und welcher nur auf den Partnerlink geklickt hat – das können wir bisher nicht messen. Dazu müssen wir uns mit SubID-Tracking auseinandersetzen – aber dazu kommen wir ein anderes mal.