Gutscheincodes

Der Einsatz von Gutscheinen für Onlineshops weckt bei mir immer gemischte Gefühle: Zum einen natürlich eine super einfache Möglichkeit um die Wirksamkeit von Werbekampagnen zu messen wo das sonst nur schwer möglich ist.

Bestes Beispiel sind Print-Anzeigen: Eine Werbeanzeige in einer Zeitschrift enthält einen Bonus-Code, mit dem beispielsweiser 5% Rabatt oder sonstige Vorteile gewährt werden. Der Leser freut sich zunächst einmal, dass er einen Vorteil bekommt und der Onlineshop kann dafür die Bestellung auf genau diese Werbeanzeige zurückverfolgen und damit den Erfolg der Kampagne messen. Ein fairer Deal wie ich finde…

Anders sehe ich die Sache aus Affiliate-Sicht. Gutscheincodes sind oft ausschließlich für Offline-Marketing Kampagnen gedacht – klar, zum Tracken von Online-Werbekampagnen gibt es andere Möglichkeiten, da wird kein Gutschein gebraucht. Doch auch wenn es spezielle Gutscheincodes für Affiliates gibt, ist es nicht immer möglich diese auch einzubinden. Dumm nur, wenn ein Affiliate einen potentiellen Kunden vermitteln möchte und auf der Bestellseite des Anbieters ein fettes Eingabefeld wartet:

Haben Sie einen Gutschein-Code?

Nein! Der Besucher hat vom Affiliate keinen Gutscheincode erhalten. Wenn ein Besucher auf so ein Eingabefeld stößt können folgende Szenarios eintreten:

Szenario 1: Der Besucher überspringt das Feld einfach ohne groß darüber nachzudenken und führt den Bestellvorgang fort.

Szenario 2: Der Besucher bemerkt, dass es Gutscheine für diesen Webshop gibt. Er ärgert sich und fühlt sich benachteiligt gegenüber anderen Besuchern die möglicherweiße einen Gutschein besitzen. Er macht sich auf die Suche und googlet nach “OnlineshopXY Gutschein Code”.

Nach 15 Minuten Recherche findet er die Seite von AffiliateB und erhält einen Gutschein in Höhe von 5,- € – gleichzeitig wird von AffiliateB ein Cookie gedroppt, so dass der Sale möglicherweiße auf seinem Konto gutgeschrieben wird.

Szenario 3: Der Besucher verbringt 30 Minuten damit, einen Gutscheincode in Höhe von 5,- € zu suchen. Er findet keinen der noch gültig ist. Verärgert bricht er den Bestellvorgang ab. Nicht weil das Produkt zu teuer gewesen wäre, offensichtlich war der Preis in Ordnung, denn er befindet sich ja schon mitten im Bestellvorgang. Nein, nur weil er die Erwartung auf eine Ermäßigung aufgebaut hat die vom Onlineshop-Betreiber impliziert wurde und nun enttäuscht wurde.

Die Szenarien 2 und 3 sind für Affiliates die keine Gutschein-Codes anbieten sehr unbefriedigend – zu viele mögliche Sales gehen damit verloren. Mögliche Auswege aus dieser Situation sind:

  • Gutschein-Code Eingabefeld nicht so prominent platzieren
  • Gutschein-Code Eingabefeld für Besucher aus Online-Marketing Kampagnen komplett ausblenden (gilt nicht nur für Affiliate-Marketing, ebenso SEM)
  • Bei Abbruch des Bestellvorgangs eine Email an den Besucher senden, MIT Gutscheincode (einige Stunden verzögert, nur möglich wenn bereits Daten eingebeben wurden und Einverständnis vorhanden ist)

Das sind natürlich alles Maßnahmen, die nicht vom Affiliate zu erledigen sind – hier ist man auf Mithilfe des Merchants angewiesen.

Achja, die Abbruchrate bei Shops mit Gutscheincodes ist laut ElasticPath etwa 30% geringer als bei Onlineshops ohne Eingabefeld für Coupons…

Btw: Als Kunde gehöre ich eindeutig in die Szenario 2 / 3 Besucher. Ich hasse es, wenn ich ein Gutscheincode Feld nicht ausfüllen kann *g* Ich suche nicht wegen 5,-€ Rabatt eine halbe Stunde lang im Internet nach einem funktionierendem Gutscheincode, es ist der Gedanke, dass es überhaupt Gutscheine gibt und ich keinen davon besitze, der mich durch das Internet jagt um am Schluss erfolglos “FUCKYOU” in das Feld einträgen lässt ;)